Nordbayerischer Kurier 21.12.2008
Glühwürmchen leuchtet dem Busbahnhof heim
von Eric Waha
BAYREUTH. „Glühwürmchen Feuersalamander“ – so leuchtet es seit Samstagabend vom
Dach des Funktionsgebäudes der Zentralen Omnibus-Haltestelle (ZOH) am
Hohenzollernplatz. Die Silixen AG hat für ein Jahr das Kunstobjekt von Roland
Schön auf dem Dach des Gebäudes installiert.
Adventskalender Anzeige „Wir wollen interessante Plätze finden für das
Repräsentieren von Kunst“, sagt Johann Schuierer, zusammen mit Roland Schön und
Achim Eichholz das Dreiergespann der Silixen AG. Schuierer, Akademischer
Direktor und Didaktiker für Kunst an der Uni Bayreuth, Eichholz und Schön hatten
bereits die „Parallelaktion“ am Bayreuther Finanzamt angestoßen, bei der Schöns
„Glühwürmchen“ im Frühjahr und Sommer für die Außenwirkung gesorgt hatte. „Unser
Ziel ist es, weg von den Ausstellungen und Vernissagen zu kommen und andere
Leute für zeitgenössische Kunst zu interessieren“, sagt Schuierer im Gespräch
mit dem KURIER.
Nachdem die Ausstellung im Finanzamt beendet war, „war das Kunstwerk von Roland
Schön da – aber kein Platz mehr. Roland Schön sagte, dass der Platz an der ZOH
doch durchaus etwas wäre, um es dort auszustellen“. Es sei „nicht ganz billig“
gewesen, das Kunstwerk, das zweizeilig war – oben Glühwürmchen, unten
Feuersalamander – einzeilig umzubauen. Außerdem musste es noch im wahrsten Sinn
des Wortes ums Eck gebracht werden, denn die Vorderseite des Funktionsgebäudes
ist kürzer als das Kunstwerk. „Wir mussten wieder die Funktionsform der Silixen
AG bemühen“, sagt Schuierer, und Sponsoren suchen, die den rund 8000 Euro teuren
Aufbau des Objekts auf dem Dach bezahlten. „Von 6 Uhr bis 11 Uhr hat das am
Samstag gedauert. Und damit länger als gedacht“, sagt Schuierer. Das
„Glühwürmchen“ ist auf großen Betonplatten befestigt, „das ist alles von zwei
Statikern berechnet worden, dass das Objekt zwar mobil ist, aber auch nicht
runterfallen kann“. Nach Schuierers Angaben sorgen ein Dämmerungsschalter und
eine Zeitschaltuhr dafür, dass „Glühwürmchen Feuersalamander“ jetzt ein Jahr
lang über der ZOH leuchten.
Schenkung auf Zeit
„Es ist in der Hand der Bayreuther, was dann damit geschehen soll. Wir sehen das
als eine Schenkung auf Zeit und hoffen auf Reaktionen, wie es den Leuten
gefällt. Es ist eine Geste an die Bürger der Stadt“ – und ein neuer Weg, um
„Kunst anders erlebbar zu machen“, wie Schuierer sagt. „Mit Aktionen wie dieser
wollen wir zeitgenössischer Kunst und lebenden Künstlern ein Forum geben.“
Quelle: Nordbayerischer Kurier 21.12.2008