Konzept

14. April - 16. Mai 2008

im Finanzamt Bayreuth (Altes Schloß)
Maximilianstrasse 12/14

  • ein neuer diskursiver und experimenteller Ausstellungsansatz
  • ein bildungspolitisch richtungsweisendes Konzept zur Kunstvermittlung
  • ein Kunstprojekt

Zum Konzept des Kunstprojektes

Die Künstlergruppe SILIXENAG präsentiert mit Parallelaktion eine neue Form von Ausstellungskonzepten, die einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst zulassen:

Kunst auf dem Weg in die Alltagswirklichkeit

Abseits von den gefeierten Leistungsschauen der großen Kunsthäuser und einer Wahrnehmung von Kunst als Geldanlage will Parallelaktion die Rezeption von zeitgenössischer Kunst sensibilisieren für ein breites Publikum, das zunächst auch keinen Zugang zur zeitgenössischen Kunst sucht. Die Kunstwerke werden in Folge nicht in Museen oder Galerien präsentiert, sondern in Arbeits- und Lebensräumen.

Genius Loci Finanzamt

Parallelaktion präsentiert zeitgenössische Kunstwerke an einem ganz eigentümlichen Ort des Alltags, im Bayreuther Finanzamt. Der Ort an sich ist architektonisch betrachtet bereits ein besonderer. Schon alleine aufgrund seiner exponierten Lage in der sanierter Hülle des Alten Schlosses in mitten der Stadt. Im Inneren allerdings entpuppt sich das Gebäude als nüchterner Funktionsbau, der diverse Baustile der Nachkriegsjahrzehnte abbildet. Zusätzlich spannend für ein Kunstprojekt, die Institution Finanzamt mit all ihren Funktionen und Eigenheiten, die nach außen hin als geschlossenes System auftritt. Für die Parallelaktion öffnet sich das Haus erstmals für die Kunst.

Keine Ausstellung

Parallelaktion ist keine klassische Ausstellung, in dem Sinne, dass Bilder an die Wände im Treppenhaus oder in die Foyers gehangen werden und damit dekorative Zwecke erfüllen. Die teilnehmenden Künstler sind angehalten, sich mit dem Ort Finanzamt und seinen Thematiken und Eigenheiten zu beschäftigen. Die SILIXENAG hat ausschließlich regionale und überregionale Künstler eingeladen, die auch bereit sind, sich direkt mit dem Ort Finanzamt auseinanderzusetzen, wie mit dessen Vorgaben und Nutzungen. Die Kunstwerke sind also nicht isoliert zu betrachten, sondern als Bedeutungsträger von Zusammenhängen.

Das Finanzamt als Dialograum

Die Verwebung der Kunstwerke und der Kunstaktionen mit dem Funktionsraum Finanzamt provoziert einen Dialog mit den Besuchern und Mitarbeitern der Behörde. Die SILIXENAG erwartet von diesem neuen Ansatz des Ausstellens, einen weitaus offeneren Zugang zu den Inhalten und Wirkungen der Kunstwerke, zu ihrer Ästhetik und ihren Thematisierungen der Realität. Parallelaktion ist demnach weniger eine klassische Kunstausstellung, als eine experimentelle Probebühne zur Kunstvermittlung.

Komplexität von Wahrnehmung

Der Titel Parallelaktion weist auf die Gleichzeitigkeit verschiedener Handlungen und Wahrnehmungen im Alltag hin. Kunstwahrnehmung also neben der Wahrnehmung verschiedener anderer Gegebenheiten des Alltags. Durch die Gleichzeitigkeit von Kunst- und Alltagserleben ist die Wahrnehmung des einzelnen Betrachters gefordert. Das heißt auch, dass die Künstler gezwungen sind, mit der Komplexität dieser Situation im Finanzamt sprich mit der Komplexität von Wahrnehmung zu arbeiten, mit der sie die Betrachter während der Projektzeit konfrontieren. Eine Wahrnehmungsschärfung wird also beiden Seiten abverlangt, dem Künstler und dem Betrachter.

Die Künstler und ihre Objekte

Die zehn ausgewählten Künstler decken die verschiedensten, gegenwärtig in der Kunst relevanten Kunstsparten ab, von der Malerei über Videokunst bis hin zu großräumigen Installationen, in denen auch Performances geboten werden. Sie beziehen mit ihren Arbeiten klare Positionen. Neben regional bekannten Künstlern konnten auch überregional anerkannte Künstler für das Projekt im Finanzamt von der SILIXENAG gewonnen werden.

Ausstellungskatalog und wissenschaftliche Publikation

Neben einem Ausstellungskatalog, der über die Künstler und deren Arbeiten informiert, ist eine Publikation angedacht, die die Prozesse im Haus und den Umgang mit zeitgenössischer Kunst im Alltag dokumentiert sowie evaluiert. Eine solche Evaluation wäre ein wichtiger Beitrag zur öffentlichen Diskussion der Präsentation von Kunst. Eine wissenschaftliche Begleitung des gesamten Projektes in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth ist geplant.

Service vor Ort

Die SILIXENAG wird das Projekt täglich im Hause betreuen und bei Wunsch auch kostenlos durch die "Ausstellung" führen. Das Ausstellungs-Booklet mit Lageplänen und Erläuterungen wird bei Besuch ausgehändigt.